Wie lange noch ein vertrautes Bild? Rauchschwalben sind wie über 80% der Vögel zwingend auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen. Schaffen wir artenreiche, blühende Lebensräume, damit es in den Luzerner Dörfern und rund herum summt und zwitschert. © Michael Gerber
Wie lange noch ein vertrautes Bild? Rauchschwalben sind wie über 80% der Vögel zwingend auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen. Schaffen wir artenreiche, blühende Lebensräume, damit es in den Luzerner Dörfern und rund herum summt und zwitschert. © Michael Gerber

Aufruf für 11’000 mal mehr Natur in Luzern

  • Selina Fehr
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Sie sind wichtiger denn je: artenreiche Lebensräume und Nisthilfen für Vögel! Hier setzen BirdLife Luzern und die lokalen Natur- und Vogelschutzvereine mit dem Projekt «Blühen & Zwitschern in Dorf & Stadt» an und stellen Blumen-Samentütchen und Nisthilfen zur Verfügung.

Die besorgniserregenden Nachrichten zum Zustand unserer Landschaft und der Natur übertreffen sich zeitweise. Zum Glück können wir etwas tun dagegen. BirdLife Luzern und die zwanzig lokalen Natur- und Vogelschutzvereine engagieren sich seit Jahrzehnten gegen diesen Trend, nun auch mit dem Projekt «Blühen & Zwitschern in Dorf & Stadt». Ziel des Projekts ist, 1000 Nisthilfen für Haussperling, Rauch- und Mehlschwalbe sowie Mauersegler aufzuhängen. Gleichzeitig sollen 10’000 Quadratmeter blühende Lebensräume im Kanton Luzern geschaffen und damit ein wertvoller Beitrag für Insekten geleistet werden. Total gibt das 11’000-mal mehr Natur im Kanton Luzern! Nisthilfen sowie Samentütchen können bei den Luzerner Natur- und Vogelschutzvereinen oder bei der Geschäftsstelle von BirdLife Luzern bezogen werden.

Bei Renovationen verschwinden häufig Nischen und Schlupflöcher an Gebäuden, bei Neubauten fehlen sie. Gebäudebrüter wie Haussperling, Rauch- und Mehlschwalbe sowie Mauersegler finden kaum noch einen Winkel, eine Höhle oder eine Nische, wo sie brüten können. Mit dem Aufhängen von Nisthilfen können wir den gefiederten Nachbarn sehr einfach zu Aufwind verhelfen – bevor ihr Sinkflug zur Bruchlandung wird.

 

Mehlschwalben können mit Nisthilfen sehr gut gefördert werden. Auch im Kanton Luzern sind diese sympathischen Flugkünstler unter Druck. Ihre Bestände haben stark abgenommen. © Michael Gerber
Mehlschwalben können mit Nisthilfen sehr gut gefördert werden. Auch im Kanton Luzern sind diese sympathischen Flugkünstler unter Druck. Ihre Bestände haben stark abgenommen. © Michael Gerber

Wenns blüht, dann summts und zwitscherts auch! Fast alle Vögel sind während ihrer Entwicklung auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen. Vielfältige, mit einheimischen Arten bepflanzte Grünflächen in Gärten und blühende Balkonparadiese bedeuten ein reiches Blütenangebot für Insekten, in denen sie sich zudem auch verstecken und vermehren können. Eine Studie aus Deutschland machte letztes Jahr publik, dass in den vergangenen 30 Jahren 75 % der Gesamtbiomasse an Fluginsekten verschwunden ist. Das ist mehr als erschreckend: Insekten bilden die Basis unseres Ökosystems. Verschwinden sie, verschwinden alle Lebewesen, die von ihnen abhängig sind mit ihnen. Da wollen BirdLife Luzern und die lokalen Natur- und Vogelschutzvereine Gegensteuer geben und rufen die Bevölkerung von Luzern auf, sich für mindestens 11’000-mal mehr Natur einzusetzen.

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