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10 Mal umweltfreundlicher im Alltag

  • Judith Schärer
  • 4

Bereits kleine Anpassungen in gewissen Alltagsgewohnheiten können eine enorme Auswirkung auf unsere CO2-Bilanz und somit unseren Einfluss auf die Umwelt haben. Machen Sie mit und wählen sie bei einem bis zehn Alltagsthemen jeweils die umweltfreundliche Variante – der Natur zuliebe.

1. Biologische vs.  konventionelle Lebensmittel

Biologisch angebaute Produkte belasten die Umwelt nachweisbar weniger stark als konventionelle Produkte. Eine Studie in Österreich zeigte, dass:

  • biologische Milchprodukte 10-21 % weniger CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Milch verursachen
  • biologisches Weizenbrot 25 % weniger CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Brot verursachen
  • biologisches Gemüse 10- 35 % weniger CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Frischgemüse verursachen

Quelle: FIBL Österreich

2. Fleischmenü vs. vegetarisches Menü

Ein vegetarisches Gericht belastet das Klima im Durchschnitt dreimal weniger als ein Gericht mit Fleisch.

Quelle: WWF Schweiz

3. Flugzeug vs. Auto vs. ÖV

Legen Sie kurze Strecken zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurück und reisen Sie wenn immer möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Längere Strecken können bequem im Zug zurückgelegt werden, was einen 9 Mal geringeren Co2-Ausstoss verursacht.

CO2-Ausstoss pro Kilometer:

Flugzeug = 380 g/km

moderner Mittelklasse-PKW = 150 g/km

Elektro-PKW = 50-100 g/km

Schweizer Ortsbus = 100 g/km

Zug in der Schweiz (Intercity, S-Bahn, Regionalzug) = 6-10 g/km

Quelle: www.co2-emissionen-vergleichen.de und www.sbb.ch

4. Mineralwasser vs. Leitungswasser

Ungekühltes, stilles Mineralwasser belastet die Umwelt 90 bis 1000 Mal mehr als Hahnenwasser. Der Unterschied wird umso grösser, je weiter das Mineralwasser transportiert oder gekühlt wurde, oder ob es eine spezielle Verpackung hat. Umgerechnet in Erdöläquivalenzen erhält man folgende Ergebnisse: Ein Liter Hahnenwasser benötigt 0.003 dl Erdöl. Für einem Liter Schweizer Mineralwasser aus der Flasche werden 1,5 dl Erdöl verbraucht. Rund doppelt so viel, also 3dl Erdöl werden für einen aus der EU importierten Liter Mineralwasser verbraucht. Am umweltfreundlichsten ist also definitiv der Griff zum Wasserhahn.

Quelle: www.trinkwasser.ch

5. Importierte vs. lokale Lebensmittel

Für 1 kg CO2 erhält man 0.05 kg Erdbeeren aus Südafrika (Flugzeug), 2.6 kg aus Ägypten (Schiff), 2.8 kg aus Spanien (Lastwagen) oder 6.5 kg aus der Schweiz! (Quelle: www.erdbeerenimwinter.ch)

Es lohnt sich also, auf die Herkunft der konsumierten Lebensmittel zu achten. Dies setzt natürlich auch eine gewisse Einschränkung voraus: Gewisse Früchte und Gemüse können nur konsumiert werden, wenn sie lokal erhältlich sind. Tomaten oder Beeren werden somit bewusst im Sommer genossen und im Dezember durch regionale Alternativen ersetzt.

6. Duschen vs. Baden

Die Warmwasseraufbereitung schluckt – nach dem Heizen – im Haushalt die meiste Energie. Deshalb sollte bewusst auf den Warmwasserverbrauch geachtet werden. Dieser ist beim Duschen vier- bis fünfmal geringer als bei einem Bad. Deshalb: Öfters einmal unter die Dusche stehen als ein Bad nehmen. Dann am besten einen Wassersparduschkopf verwenden. Dieser senkt den Wasserverbrauch nochmals um bis zu 50%.
Quelle: www.werkezuerichsee.ch

7.  Weisses Papier vs. Recyclingpapier

Die Herstellung von Papier erfordert als Rohstoff Holz oder Zellstoff und dazu grosse Mengen an Wasser, Strom und chemischen Hilfsmitteln. Durch Einsparen von Papier lässt sich also effektiv die Natur schonen. Zudem kann weisses Frischfaserpapier die Umwelt 4-5 Mal stärker belasten als graues Recyclingpapier (Quelle: www.umweltschutz2.zh.ch). Benutzen Sie daher für Ihre Arbeiten am besten Recyclingpapier. Auch weitere Verschiedene kleine Massnahmen können schon einen Unterschied machen:

  • Dokumente nur wenn nötig ausdrucken
  • Papier immer beidseitig bedrucken
  • Einseitig bedrucktes Papier, das ungewollt mit der Post ins Haus kommt, ist für Notizen gut geeignet

8. LED-Lampen vs. herkömmliche Leuchtmittel

Die Lebensdauer einer LED-Lichtquelle kann bis zu 15-mal länger sein, als die Lebensdauer herkömmlicher Lichtquellen. Zudem sparen LED-Lampen bis zu 90 % Energie im Vergleich zu einer herkömmlichen Lampe mit derselben Lichtleistung. Da LED-Lampen kein Quecksilber enthalten, ist ihre Entsorgung nicht ganz so problematisch wie bei anderen Leuchtmitteln. So sprechen verschiedene Faktoren für die Installation von LED-Lichtkörpern.

Quelle: www.philips.de

9. Abwaschmaschine vs. Handabwasch

In einem Haushaltsgeschirrspüler haben rund 12 Massgedecke Platz. Ein Massgedeck besteht aus 4 verschieden grossen Tellern, 1 Tasse, 1 Glas und 5 verschiedenen Besteckteilen. Ein guter Geschirrspüler braucht für einen Waschgang rund 1 kWh an Energie und 12 Liter Wasser. Bei einem Handabwasch wird man für diese Menge Geschirr wohl kaum so tiefe Werte erreichen. Einerseits wird man mehr Wasser brauchen und andererseits auch mehr Energie: Denn mit 1 kWh kann man gerade mal etwa 18 Liter heisses Wasser machen. Man sagt, dass der Handabwasch mindestens doppelt so viel Energie braucht. Man beachte aber, dass der Verbrauch des Geschirrspülers praktisch unabhängig von der Füllmenge ist. Die guten spezifischen Werte werden also nur erreicht, wenn der Geschirrspüler voll beladen ist. Zudem sollte man dabei das Vorspülen unter fliessendem Wasser vermeiden.

Quelle: www.werkezuerichsee.ch

10. Chemische Insektizide vs. natürliche Massnahmen

Wer einen Garten hat, kennt die Problematik mit den kriechenden Fressmäulern: Schnecken vermiesen einem oft die Freude am Gärtnern. Anstatt auf chemische Schneckenkörner zu setzen, gibt es allerdings viele natürliche Tricks, den Schnecken das Festmahl zu vermiesen. Dadurch schont man die Böden und Gewässer vor chmischen Einflüssen sowie Igel, Vögel und andere Tiere vor Vergiftungen durch die blauen Körner. Hilfreiche Tricks sind:

  • Den Garten statt am Abend am frühen Morgen giessen, sodass die sonnenscheuen Schnecken die Feuchtigkeit nicht mehr zur Nahrungssuche ausnutzen können.
  • Jede Pflanze sollte alle zwei bis drei Tage einzeln und kräftig gegossen werden, damit die Schnecken keine grösseren feuchten Flächen finden, auf denen sie sich fortbewegen können.
  • Junge Setzlinge mit Wanderschranken schützen
  • Die natürlichen Feinde der Schnecken mit entsprechenden Unterschlüpfen fördern: Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Blindschleichen, Kröten, Käfer, Vögel.
  • Schneckenfeindliches Mulchmaterial wie Farnkraut, Gerstenspreu, Schilfhäcksel (Cartalit) verwenden.

4 Kommentare

  • Tobias

    Ich finde es interessant das dem „Punkt 2“ so wenig Beachtung geschenkt wird. Obwohl man inzwischen klar weiss das ein Verzicht auf Fleisch und Milchprodukte der bei weitem grösste Effekt auf die Umwelt hat. Wenn man auf diese Produkte verzichtet erreicht man viel mehr als alle anderen Punkte zusammen gezählt. Das soll jetzt aber nicht heissen das man die anderen, legitimen Punkte,ausser acht lassen sollte.

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  • Ueli Beetschen

    Der Vergleich der Verkehrsmittel ist für die Schweiz so falsch. Der CO2 Ausstoss pro Personenkilometer ist bei den SBB tiefer als bei Fernbussen oder der Deutschen Bahn.

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    • Judith Schärer

      Sehr geehrter Herr Beetschen
      Vielen Dank für die aufmerksame Anmerkung. Die Zahlen wurden noch durch die Schweizer Daten ersetzt. Natürlich macht auch die Art der Berechnung immer einen gewissen Unterschied, die einkalkulierten Faktoren variieren von Bericht zu Bericht. Dass die Schweizer Bahn aber eine sehr attraktive und umweltfreundliche Variante zu reisen darstellt, ist sicher unbestritten. Freundliche Grüsse von der Redaktion


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